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2T-Motoröl

Zweitaktöle

Zweitaktöle unterscheiden sich grundsätzlich von Ölen für 4-Taktmotoren. Ein 4-Taktöl guter Qualität kann oft sogar dem Rennbetrieb stand halten.

Bei 2T-Ölen muss schon beim Beginn der Herstellung der Einsatz bekannt sein.
Im Renneinsatz sind Verschmutzungen durch Ablagerungen oder Aschebildung meist nicht so problematisch, da die Motoren sowieso nach kurzer Laufleistung zerlegt und überholt werden.

An erster Stelle steht – wie nicht anders zu erwarten - die Schmierleistung. Deshalb können Reibwertminderer und Additive verwendet werden, die Nachteile in Punkto Ablagerungen mit sich bringen aber aller höchste Schmierleistung erreichen.
Rhizinus-Zusätze in Rennölen zum Beispiel schmieren auch noch bei höchsten Drehzahlen zuverlässig, hinterlassen aber so viele Ablagerungen, daß nach ein paar Hundert Kilometer die Temperaturabgabe des Kolbens an die Zylinderwand nicht mehr gewährleistet ist.
Der Motor muß zerlegt und gereinigt werden.



Anders sieht es für Fahrzeuge im Alltagsbetrieb aus.

An aller erster Stelle steht hier die Reinhaltung von Brennraum und Abgassystem und geringe Rauchentwicklung.
Nur so kann der Betrieb über viele tausend Kilometer ohne verstopftem Auspuff, mit maximal geringen Ablagerungen in Brennraum ( = Glühzündungsneigung), Kolbenhemd (= Temperaturausgleich) und – falls vorhanden - funktionierender Auslass-Steuerung gewährleistet werden.
Zweitaktöle für den Straßenbetrieb sind mineralische oder synthetische Öle der Klasse SAE 40 bis SAE 50. Sie sind so abgestimmt, dass sie bei der Verbrennung (möglichst) keine Rückstände hinterlassen (Asche) also bereits bei relativ geringer Temperatur verbrennen, sich gleichmäßig zerstäuben (= verteilen) lassen und sich gut an Metalle anhaften (Adhäsion).
Daher beruhen auch sie - wie gute Viertaktöle - immer öfter auf Ester-Basis




Moderne Öle basieren auf Ester

Gute Motorrad und Motorsport-Öle sind auf Ester-Basis hergestellt, denn kein konventioneller Rohstoff bietet die gleichen Vorzüge.
Ester wird durch Synthese von tierisch-pflanzlichen Fettsäuren und Alkoholen gewonnen und bringt alle wesentlichen Eigenschaften, die von Mehrbereichsölen gefordert werden mit. So sind wesentlich weniger Zusatzstoffe nötig.



Die wichtigsten Vorteile von Ester im Eizelnen

Ester besitzt von Haus aus einen fast idealen Viskositätsindex und kommt mit sehr wenigen VI-Verbesserern aus
Die brillante Scherfestigkeit senkt sehr effektiv Verschleiß auch unter Vollast.
Die exzellenten Schmier- und Kühleigenschaften senken die Betriebstemperatur und erhöhen die Motorleistung. Bei Wettbewerbmotorrädern wurde nach der Umstellung auf Ester-Öle bis zu 10% Mehrleistung gemessen. „Tuning aus der Flasche“….
Woran natürlich auch die starke Reinigungskraft und die äußerst geringe Rückstandsbildung beteiligt sind. Sie halten das Triebwerk sauber, verhindern Schäden durch glühende Rückstände und bewahren die volle Leistung.
Hohe chemische Stabilität auch unter härtesten Bedingungen garantiert selbst bei langen Vollgasetappen einen äußerst geringen Verschleiß von Motors und Öl. So sind Motor und Getriebe auch für die nächste Distanz gut gerüstet.


Qualität

Hier gab es eine TSC-Normung, bei der ebenfalls die Höhe der anschließenden Zahl die Qualität angab.
API-TA (TSC-1) für Mopeds
API-TB (TSC-2) für Motorroller und Motorräder
API-TC (TSC-3) für Hochleistungsmotoren

Moderne Hochleistungsmotoren sollten mit nichts billigerem als TSC3 auf Esterbasis betrieben werden, da es sonst vor allem im Bereich der Auslass-Steuerung und Auspuffanlage zu starker Ölkohle- oder Schlamm-Bildung kommen kann und/oder der Schmierstoff nicht an den Stellen bleibt, wo wir ihn haben wollen.



Die Jaso-Klassen

JASO steht für "Japanese Automobile Standard Organisation".
Diese Organisation vereint alle großen japanischen Hersteller von Zweitaktmotoren und stellt die zur Zeit schärfsten Anforderungen an Motorenöle für Strassen-Zweitakter.

Die Beurteilungskriterien sind
- Motorensauberkeit,
- Schmierfähigkeit,
- Aschebildung und
- Abgasrauchreduzierung.



Die europäische ISO-Klassifikation

...wird zur Zeit erarbeitet

Die ISO-Klassen EGB und EGC sind mit den entsprechenden JASO-Klassen vergleichbar,
die ISO-L-EGD stellt die Klassifikation für ein wesentlich höheres, motorisches Leistungsvermögen dar.




 

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