Ölstory Getriebeschaden

Öl-Story

Eine Suzuki GSXR750 kam mit Getriebeproblem in meine Werkstatt, der Motor wurde ausgebaut und zerlegt. Alle Motorteile befanden sich nach rund 13000 Km erwartungsgemäß in bestem Zustand. Bloß das Getriebe sah aus, als wäre gar kein Öl drin gewesen.
An mehreren Zahnrädern waren die Zähne derart stark verschlissen, dass schon 2 Zähne abgebrochen waren. Das verwendete Öl konnte augenscheinlich die Zahnflanken der Zahnräder im Kraftschluss nicht voneinander trennen.
Die Folge: Reibung, Verschleiß, Getriebetot und Kosten von gut 1800.- €.

Da ein solcher Schaden auch bei seiner Fahrweise (viele Wheelies und Burnouts) nicht normal ist und ich sofort einen Zusammenhang mit dem verwendetem Motoröl vermutete, fragte ich ihn gleich, was er denn da rein kippe. Er wollte es mir zwar nicht verraten, doch konnte ich ihm aus meiner Erfahrung direkt auf den Kopf zu sagen, dass es ein Billigprodukt aus dem Autobereich sein müsse.
Ich lag richtig. Trotzdem versuchte ich für ihn Garantie beim Hersteller durch zu setzen.
Suzuki Deutschland lehnte Garantie und Kulanz nach einer Untersuchung des Getriebes mit folgender Begründung ab: Das gefahrene Öl entspreche nicht den Anforderungen des Motorrades.
Nun stellte sich heraus, dass der Junge Castrol GTX3 eingefüllt hatte. Schließlich lief sein VW Golf schon seit 10 Jahren problemlos damit.

Das im Auto in aller Regel für das Getriebe spezielles "Getriebeöl" verwendet wird, wusste er nicht, aber die Inspektionen mache er immer selber, da er den Werkstätten grundsätzlich nicht vertraue. Mir übrigens auch nicht. Dennoch wollte ich ihm, den Unterschied zwischen Auto- und speziellem Motorradöl nahe bringen.
Der Witz war, dass das Motorrad nach 1½ Jahren und weiteren 21000 Km wieder mit einem beginnenden Getriebeschaden bei mir war. Diesmal forderte er von mir die Garantieleistung. Wenn man die ersten 6000 Km mit Motul300V, das ich eingefüllt hatte abzieht, kommt man auf etwa die gleiche Kilometerleistung.
Die Frage "fährst du immer noch GTX3 ?" beantwortete er mit ja. Und er werde sich nie wieder eine Suzuki kaufen...

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